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“Sprache, Stimmklang und Ausstrahlung sind wesentliche Aspekte Deiner Persönlichkeit.”

Ich zeige Ihnen einen einfachen Weg zum optimalen Umgang mit Ihrer Stimme und Übungen, sie gezielter und erfolgreicher einzusetzen. Vocalcoaching, Life & Business Coaching.



Mein Weg zum Sänger begann schon mit 6 Jahren:
Ich bestand die Aufnahmeprüfung an der Musikschule in der Nähe von Dresden und nahm ersten Klavier- und Musiktheorieunterricht und sang im Chor. So gesehen stehe ich seit 37 Jahren auf der Bühne und werde die 2. Stimme von „Alle Vögel sind schon da“ nie wieder vergessen.
Wenn auch Musik viel mit Mathematik zu tun hat, gehörte dieses Fach (wie wohl bei vielen musisch Begabten) nicht zu den Lieblingsfächern.

In Dresden, wo ich seit 1975 lebte, setzte ich den Klavierunterricht bei privaten Lehrern auch im Jazzbereich fort, was mich sehr beeinflussen sollte.

Die wichtigste Begegnung für das Singen – ich war damals 14 – war der Beginn des Gesangsunterrichtes bei Frau Victoria Promny-Göpfert. Sie ist bis heute der einzige Mensch und Lehrer, dem ich in Hinblick auf die Stimme und das Singen insgesamt vertraue. Ihr habe ich von Herzen zu danken für alles, was Sie mir lehrte und für alle Gespräche, in denen Sie mir Rat und ihre wunderbare Menschlichkeit schenkte.

Von Anfang an trennte sie nicht zwischen Klassik und Unterhaltung, E und U sondern zwischen gut und weniger gut. Heute würde man „Cross over“ sagen. Vom Volkslied bis zum Gershwin, vom eigenen Song bis zur Opernarie sang ich viele Genres, was mich bis heute prägt und ausmacht.

Obwohl vieles dafür sprach, Gesang zu studieren, begann ich nach dem Abitur vorerst mit dem Medizinstudium an der Humboldt-Universität in Berlin. Die Arbeit im Krankenhaus und der Umgang mit Kranken und Alten aber auch mit Krankheit und Heilung an sich, ließen mich aber an meiner Berufung zum Arzt zweifeln – dieser Kreis sollte sich erst im Jahr 2000 schließen.

Ich brach also das Studium ab und studierte klassischen Gesang an der Musikhochschule „Franz Liszt“ in Weimar … auch nur ein Jahr. Warum?
In Berlin – neben dem Medizinstudium – hatte ich die Oper lieben gelernt und tolle Sänger hören dürfen. Auch machte ich Statisterie an der Staatsoper und arbeitete nach dem Studienabbruch am Deutschen Theater und dort als Pförtner. Der Geruch und die Atmosphäre in den Proberäumen und Garderoben hatte etwas fesselndes, was man nicht erklären kann. Dies fehlte mir im angestaubten, manierierten und vor allem Praxis-fremden Studium in Weimar.

Ich wechselte an die Hochschule „Felix Mendelssohn Bartholdy“ in Leipzig und studierte zusätzlich zum Gesang an der Tanz- und Unterhaltungsmusikabteilung zusätzlich Komposition bei Thomas Heyn. Meine Lehrerin war … Frau Promny-Göpfert, die auf meine Empfehlung einen Lehrauftrag erhielt. Ich hatte, was ich wollte!

Dann passierte etwas Werkwürdiges: Ein Freund in Weimar bekam ein Angebot für eine Hauptrolle in einem Musical. Und eben an diesem Tag war ich bei ihm zu Besuch. Er hatte keine Lust auf Theater und ich keine Ahnung vom Musical. Perfekt! Ich nahm den Zettel mit nach Leipzig, wo sich die Verbindung zum Intendanten des Theaters Halberstadt Hans Hermann Krug leicht herstellen ließ. Und, als sollte es so sein, engagierte er mich ohne ein Vorsingen … mehr oder weniger von der Straße weg. Ich habe immer noch den Brief für die Premiere im Kopf, den er mit schrieb: Er wünschte mir, dass diese erste Produktion noch einen langen Weg am Theater und besonders für das Musical zu Folge haben würde. Er sollte Recht behalten und ist somit die zweite wichtige Person, der ich einen entscheidenden Impuls für mein Singen zu verdanken habe. Das war 1985.

Und wie es der Zufall will, arbeite ich heute nach so vielen Jahren wieder unter seiner Intendanz – diesmal am „Wintersteintheater Annaberg“ – ein Kreis schließt sich.

Wie ging es weiter? Der Dozent für Improvisation Ralph Rank war auch Kapellmeister an der „Musikalischen Komödie“ nachdem die „Rockballade“ in Halberstadt abgespielt war, sprach ich ihn einfach an und wenige Tage später sollte ich für Barnaby in „Hello Dolly“ vorsingen und bekam die Rolle und sang sogar die Premiere (vor der Hausbesetzung). Es konnte also so weitergehen. Leipzig war ein gutes Pflaster, wie schon Goethe im Faust zu loben wusste. Auch entwickelte sich das Komponieren parallel zur Bühnentätigkeit mit ersten Aufträgen und Erfolgen.

Doch es kam anders! Als vielseitiger Künstler ist man schlecht zu schubladisieren, auch wurde mein Interesse das Musical und eine breitere Ausbildung nicht nur positiv gewertet. Und dann passierte es: Die Mutter blieb „im Westen“. Ich mitten in der Komposition für einen Schauspielmusik zu „Sommernachtstraum“ und jetzt das! Die folgenden Wochen waren sehr schwer – was war wichtiger: Die Freiheit – und all das, was da hinter der Mauer lockte oder das, was ich mir in wenigen Jahren in Leipzig geschaffen hatte?

Ich entschied mich für die Freiheit, weil die Familienzusammenführung die vorerst einzige Chance war, die DDR zu verlassen. Diesen Wunsch hatten wir als Familie immer gehabt. Und ich seit im Besonderen, seit ich durch ein Loch im Milchglas am Treppenaufgang zum Anatomischen Institut direkt in den Mauerstreifen und auch auf die andere Seite sehen konnte. Berlin verändert!

Ich wartete fast 2 quälende Jahre, in denen ich viel komponierte und singen übte aber nicht auftrat oder aufführte. Hier habe ich meinem Bruder zu danken, der mit viel Verständnis und Fleiß unsere gemeinsame Wartezeit leichter machte. Als er dann mich von Wannsee aus 2 mal besuchte (er war schon ½ Jahr vor mir übergesiedelt), war das aber für ihn schwerer als für mich. Komisch, oder?

Im März 1989 verließ ich das damalige Ostberlin, nach riesigem Aufwand mit Zoll und anderen Institutionen. Keine Freunde, keine Perspektive und auch sonst irgendwie leer langte ich in Wannsee in einer 30 m² Wohnung im Schwesternwohnheim mit Balkon an. Ein großes Glück fürwahr.

Was konnte ich, was wollte ich? Auf keinen Fall rumsitzen – also arbeitete ich sofort im Krankenhaus als Pfleger, das konnte ich. Nach Singen war mir nicht zumute: Ich fütterte, bettete, wusch und schleppte die Kranken fast 2 Jahre lang, schrieb meine Kompositionen im Nachtdienst ins Reine und konnte nach der Maueröffnung mit meinem kleinen Auto zum Gesangsunterricht nach Sachsen fahren. Das Personal der Krankenhauskapelle hatte ich mit selbst gebackenem Kuchen und Wein bestochen, damit ich abends und am Wochenende an die Orgel und den herrlich großen Raum zum Singen nutzen konnte.

Ich sang, was mir Spaß machte: Oper und Musical. Aus letzterem immer wieder Maria aus „West Side Story“. Immer und immer wieder … aber bis das Bb etwas sicherer wurde, war ein langer Weg, zumal ich in Weimar als Bariton begonnen hatte. Haha. Nur ein einziger Korrepetitor dort sagte, ich sei ein Tenor, wie er im Buche steht. Ich wusste damals gar nicht so recht, wie er das meinte…

Heiner Jordan von der HdK Berlin empfahl mich, nachdem ich meine Sängerausbildung dort abschließen wollte, einem Regisseur mit den Worten: Du musst auf die Bühne!

Da geschah wieder etwas Besonderes! Ich wurde zum Vorsingen eingeladen für „West Side Story“. Das hatte ich Herrn Jordan zu verdanken. Am Tage der Audition fühlte ich mich nach einigen Nachtdiensten nicht so toll und ich hatte auch Schiss – ich beschloss, nicht hin zu gehen. Jordan rief mich an und hörte ich meine Ausreden an und sagte (unglaublich!): „Na dann wollen wir dich wenigstens mal sehen und kennen lernen.“ Hm, dagegen sprach nix. Naiv wie ich war, fuhr ich hin und sang natürlich Maria und es klappte gut. Ich war so benommen, dass ich ohne zu überlegen, den Vertrag unterschrieb. 10.000 DM eine unvorstellbare Summe, dachte ich. (Auf 3 Monate verteilt und vor Steuer sah das wieder anders aus.) Tony hieß die Rolle. Ich wusste gar nicht welcher das war, nur beschlich mich die leise Ahnung, dass es sich um die Hauptrolle handeln könnte. Bad Gandersheim dort sollte alles stattfinden. Ich war also wieder am Theater doch nach der 2-jährigen Pause und allem, was in dieser Zeit auch in meinem Innern geschehen war, stand es mit meinem Selbstbewusstsein nicht zum Besten. Doch hatte sich alles mehr oder weniger zum Theater hingewandt und ich konnte von dieser Produktion ausgehend, meinen Weg als professioneller Sänger weiter ausbauen und die Dienste in Krankenhaus schrittweise reduzieren, je mehr Engagements ich bekam. Das war 1991.

Im Grunde hat sich an meinen Positionen und Meinungen zur Vielfalt und persönlichem Anspruch an mich selbst nie etwas geändert: Ich wollte immer perfekt, manchmal zu perfekt sein. Das hat mich auch behindert. Doch glaube ich noch immer, dass man zuerst an seinen Fähigkeiten und erst dann (wenn überhaupt) an seinem Image arbeiten sollte. Vielleicht kommt deshalb diese Seite erst heute zustande.

Mit Ria (Promny-Göpfert) werde ich in den kommenden Monaten eine praktische Gesangsschule nach dem Vorbild Vaccai schrieben, in die unsere gemeinsamen Erfahrungen in Unterricht und auf der Bühne einfließen werden. Auch hier schließt sich ein Kreis aufgrund einer wunderbaren Freundschaft.







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